Der Wolf war in Deutschland einst überall heimisch, was anhand zahlreicher Orts- und Flurbezeichnungen, die den Namen "Wolf" tragen, auch heute noch erkennbar ist. Durch intensive Jagd auf den Wolf war Deutschland um 1850 weitestgehend wolfsfrei. Bis 1900 wurden nur noch einzelne Wölfe erlegt. Spätere Zuwanderer aus Polen wurden erlegt. Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde der Wolf auch in Ostdeutschland unter Schutz gestellt. Damit waren die Voraussetzungen für eine natürliche Wiederbesiedlung in Deutschland geschaffen.
Im Jahr 2000 gelang es einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar in der Oberlausitz in Sachsen erstmals seit ca. 150 Jahren wieder Welpen in Deutschland aufzuziehen. Mittlerweile leben mehrere Wolfsrudel in der Lausitz, die sich vom Nord-Osten Sachsens bis nach Süd-Brandenburg erstreckt (Aktuelle Rudelterritorien).
Im Jahr 2009 gab es das erste Wolfsrudel außerhalb der Lausitz auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow in Sachsen-Anhalt. Seither breiten sich die Wölfe weiter in Deutschland aus.
 
Verbreitungskarte von Wölfen in Deutschland (Monitoringsjahr 2013/2014)
Daten: LUPUS, LUGV, LAU, LUNG, NLWKN, LJN

 

Auf der Karte sind die nachgewiesenen Wolfsterritorien in Deutschland mit dem Stand des abgelaufenen Monitoringjahres dargestellt. Das Monitoringjahr läuft vom 01. Mai bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres. Der Zeitabschnitt umfasst ein biologisches „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres.
 
Im letzten Monitoringsjahr (2013/2014) waren in Deutschland insgesamt 25 Wolfsrudel, 8 Wolfspaare und 3 sesshafte Einzelwölfe bestätigt. Drei ehemals nachgewiesene Wolfsrudel in Brandenburg (Welzow, Seese und Jüterbog) existieren seit dem letzten Monitoringsjahr in der Form nicht mehr. Bei dem nun als "Jüterbog" aufgeführten Rudel handelt es sich um das ehemalige "Sperenberg Rudel", das sein Kerngebiet verlagert hat.
Im Folgenden sind die Vorkommen nach Bundesländern aufgelistet:

Sachsen: 10 Wolfsrudel (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Milkel, Kollm, Seenland, Königsbrück, Hohwald, Spremberg) und 2 Wolfspaare (Rosenthal, Laußnitz). Davon 2 Reviere grenzübergreifend mit Brandenburg (Spremberg) und der Tschechischen Republik (Hohwald), sowie ein weiteres Revier im Grenzbereich zu Sachsen-Anhalt (Annaburger Heide); für aktuelle Wolfsverbreitung in Sachsen siehe Aktuelle Rudelterritorien

Brandenburg: 7 Wolfsrudel (Lieberose, Jüterbog, Großräschen, Forst Hohenbuckow, Babben, Brück/Lehnin, Teichland), 2 Wolfspaare (Zschorno, Hornow) und 1 sesshaftes Einzeltier (Kyritz-Ruppiner Heide/ Müritzregion). Vier weitere Reviere grenzübergreifend mit Sachsen (Spremberg), Mecklenburg-Vorpommern (Kyritz-Ruppiner Heide) und Sachsen-Anhalt (Altengrabow, Göritz-Klepzig, Annaburger Heide)
 
Sachsen-Anhalt: 5 Wolfsrudel (Altengrabow, Göritz-Klepzig, Colbitz-Letzlinger Heide, Glücksburger Heide und Annaburger Heide) und 1 sesshaftes Einzeltier (Oranienbaumer Heide). Davon 3 Reviere grenzübergreifend mit Sachsen (Annaburger Heide) und Brandenburg (Altengrabow, Göritz-Klepzig, Annaburger Heide), sowie ein weiteres Revier im Grenzbereich zu Niedersachsen (Gartow/Wendland)

Mecklenburg-Vorpommern: 2 Wolfspaare (Lübtheener Heide und Ueckermünder Heide). Ein weiteres Revier grenzübergreifend mit Brandenburg (Kyritz-Ruppiner Heide/Müritzregion)

Niedersachsen: 3 Wolfsrudel (Munster-Nord, Bergen, Gartow/Wendland), 2 Wolfspaare (Eschede, Rheinmetall Gelände) und 1 sesshaftes Einzeltier (Raum Cuxhaven). Davon 1 Revier grenzübergreifend mit Sachsen-Anhalt (Gartow/Wendland)

 
Laufendes Monitoringsjahr (2014/2015)
Vor dem Hintergrund der nachgewiesenen Rudel, Paare und Einzelwölfe im Jahr 2013/2014 haben im laufenden Monitoringsjahr bisher folgende Entwicklungen stattgefunden:
 
Sachsen: die 2 Wolfspaare (Rosenthal und Laußnitz) hatten erstmals Nachwuchs und sind somit nun Rudel
 
Mecklenburg-Vorpommern: die 2 Wolfspaare (Lübtheener Heide und Ueckermünder Heide) hatten erstmals Nachwuchs und sind somit nun Rudel
 
Niedersachsen: die 2 Wolfspaare (Eschede und Rheinmetall) hatten erstmals Nachwuchs und sind somit nun Rudel; im Raum Cuxhaven ist nun ein Wolfspaar nachgewiesen; im Raum Fuhrberg (Landkreis Celle) ist ein neues Wolfspaar bestätigt; im der Grafschaft Bentheim/Emsland ist ein sesshafter Einzelwolf nachgewiesen
 
Erst nach Abschluss des Monitoringsjahr und der Auswertung aller Monitoringsdaten (inkl. Genetikergebnisse) können sichere Aussagen zum Status der bisher bekannten Wolfsvorkommen gemacht werden.  


Hier finden Sie eine Übersicht von Ansprechpartner zum Thema "Wolf" in den Bundesländern.

Die Wölfe in Deutschland gehören zusammen mit den Wölfen in Westpolen zu der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation. In Westpolen wurden im Monitoringjahr 2013/2014 von der Association for Nature WOLF (AfN Wolf) insgesamt 31 Wolfsrudel bzw. -paare nachgewiesen.