Der Wolf war in Deutschland einst überall heimisch, was anhand zahlreicher Orts- und Flurbezeichnungen, die den Namen "Wolf" tragen, auch heute noch erkennbar ist. Durch intensive Jagd auf den Wolf war Deutschland um 1850 weitestgehend wolfsfrei. Bis 1900 wurden nur noch einzelne Wölfe erlegt. Spätere Zuwanderer aus Polen wurden erlegt. Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde der Wolf auch in Ostdeutschland unter Schutz gestellt. Damit waren die Voraussetzungen für eine natürliche Wiederbesiedlung in Deutschland geschaffen.
Im Jahr 2000 gelang es einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar in der Oberlausitz in Sachsen erstmals seit ca. 150 Jahren wieder Welpen in Deutschland aufzuziehen. In den folgenden Jahren fanden in Sachsen geborene und aus Polen zugewanderte Wölfe neue Territorien und gründeten weitere Familien (Aktuelle Rudelterritorien).
Im Jahr 2009 gab es die ersten beiden Wolfsrudel außerhalb von Sachsen im Bereich Welzow (Brandenburg) und auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow (Sachsen-Anhalt). Seither breiten sich die Wölfe weiter in Deutschland aus.
 
Verbreitungskarte von Wölfen in Deutschland (Monitoringjahr 2014/2015)
Daten: LUPUS, LUGV, LAU, LUNG, NLWKN, LJN, TLUG

 

Auf der Karte sind die nachgewiesenen Wolfsterritorien in Deutschland mit dem Stand des vergangenen Monitoringjahres 2014/2015 dargestellt. Das Monitoringjahr läuft jeweils vom 01. Mai eines Jahres bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres. Der Zeitabschnitt umfasst ein biologisches „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres.
 
Im vergangenen Monitoringjahr (2014/2015) waren in Deutschland insgesamt 31 Wolfsrudel, 8 Wolfspaare und 6 territoriale Einzeltiere bestätigt.
Im Folgenden sind die Vorkommen nach Bundesländern aufgelistet:

Sachsen: 10 Wolfsrudel (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Milkel, Seenland, Königsbrück, Rosenthal, Laußnitz und Spremberg), 1 territoriales Einzeltier (Hohwald) und 2 Gebiete mit Status unklar (Gohrisch Heide und Bereich Löbau/Zittau). Davon 2 Reviere grenzübergreifend mit Brandenburg (Spremberg) und der Tschechischen Republik (Hohwald), sowie ein weiteres Revier im Grenzbereich zu Sachsen-Anhalt (Annaburger Heide) und ein Revier grenzübergreifend mit Polen (Ruszow); für aktuelle Wolfsverbreitung in Sachsen siehe Aktuelle Rudelterritorien

Brandenburg: 9 Wolfsrudel, 3 Wolfspaare und 1 territoriales Einzeltier. Davon 2 Reviere grenzübergreifend mit Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, sowie 3 weitere Reviere grenzübergreifend mit Sachsen (Spremberg), Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt
 
Sachsen-Anhalt: 5 Wolfsrudel, 2 Wolfspaare und 1 territoriales Einzeltier. Davon 3 Reviere grenzübergreifend mit Sachsen und Brandenburg, sowie ein weiteres Revier im Grenzbereich zu Niedersachsen

Mecklenburg-Vorpommern: 2 Wolfsrudel. Ein weiteres Revier grenzübergreifend mit Brandenburg

Niedersachsen: 5 Wolfsrudel, 3 Wolfspaare und 2 territoriale Einzeltiere. Davon 1 Revier grenzübergreifend mit Sachsen-Anhalt
 
Thüringen: 1 territoriales Einzeltier.

 
Monitoringjahr 2015/2016
Aktuell liegen noch keine weiteren Informationen zum laufenden Monitoringjahr vor. 


Hier finden Sie eine Übersicht von Ansprechpartner zum Thema "Wolf" in den Bundesländern.

Die Wölfe in Deutschland gehören zusammen mit den Wölfen in Westpolen zu der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation. In Westpolen wurden im Monitoringjahr 2014/2015 von der Association for Nature WOLF (AfN Wolf) insgesamt 32-33 Wolfsrudel und 4-5 Wolfspaare nachgewiesen.