Zwei tote Wölfe im sächsischen Wolfsgebiet
14.10.2011:
Am Donnerstag, den 13.10.2011, wurde auf der B156 südlich von Weißwasser (Landkreis Görlitz) ein Wolf von einem Auto überfahren. Es handelt sich um einen ausgewachsenen, jungen männlichen Wolf. Der Unfall ereignete sich im Revier des Nochtener Rudels, dessen Kerngebiet sich seit 2005 beiderseits der Bundesstraße auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz und dem Tagebau Nochten befindet. Der Wolf wird im Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) untersucht. Seit 2007 sind damit sieben Wölfe auf der B 156 zwischen Weißwasser und Boxberg überfahren worden, zuletzt im Dezember 2009 ebenfalls ein junger Rüde.

Bereits Anfang Juli 2011 wurden im nordwestlichen Bereich des Tagebaus Nochten, der zum Territorium des Milkeler Rudels gehört, mumifizierte Überreste eines hundeartigen Tieres gefunden (Hinterlauf mit Teilen der Wirbelsäule). Die genetische Untersuchung durch das Senckenberg Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen ergab nun, dass es sich dabei um einen Wolf gehandelt hat. Über die Todesursache sowie das Alter bzw. Geschlecht des Tieres liegen bisher keine Informationen vor.

Im Jahr 2011 wurden bislang insgesamt sieben Wölfe im Lausitzer Wolfsgebiet tot aufgefunden. Vier Wölfe wurden überfahren, eine junge Wölfin wurde illegal geschossen und bei zwei Totfunden ist die Todesursache unklar.