Streckenentwicklung PDF Drucken E-Mail
Einen möglichen Einfluss des Wolfes auf die Jagdstrecke aus dem zur Verfügung stehenden Datenmaterial zu ermitteln, wäre nur möglich, wenn alle anderen Einflussfaktoren auf die Jagdstrecke (Witterung, Äsungsangebot, Jagdintensität,..) konstant bleiben würden. Da diese Voraussetzung nicht gegeben ist, kann die Jagdstreckenanalyse nur bei langfristiger Betrachtung und unter Einbeziehung größerer Flächeneinheiten, grobe Anhaltspunkte geben.
Nach nunmehr 10-jähriger Anwesenheit von Wolfsrudeln in der sächsischen Lausitz zeigt dort die Entwicklung der Schalenwildstrecken fast die gleichen Schwankungen und Trends wie diejenige in Regionen Sachsens ohne Wölfe. Vor allem harte oder milde Winter schlagen zu Buche. In keinem der sächsischen Landkreise, die Wolfsgebiet beinhalten (NOL-Kreis, LK Bautzen, LK Kamenz), ist es durch das Erscheinen der Wölfe zu einem Rückgang der Jagdstrecke der Schalenwildarten Reh-, Rot- und Schwarzwild gekommen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Wolfsgebiet in jedem Landkreis jeweils nur einen Teil der Gesamtfläche einnimmt. Dadurch könnte der Einfluss der Wölfe relativiert worden sein. Die Entwicklung muss also auch in Zukunft genau beobachtet und am besten nach Wolfsgebiet und Nicht-Wolfsgebiet differenziert analysiert werden.
Die nachfolgende Darstellung der Streckenentwicklung von Reh-, Rot- und Schwarzwild bezieht sich auf den ehemaligen Niederschlesischen Oberlausitzkreis (NOL-Kreis, nach Kreisreform 2008 zum Landkreis Görlitz fusioniert). Der Norden des ehem. NOL-Kreises zählt seit ca. 10 Jahren zum Wolfsgebiet. Die Daten basieren auf Angaben der unteren Jagdbehörde Niesky.
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