26.07.2010
Gegendarstellung zum Beitrag „Kälber in der Region doch Beute von Wölfen?“ im Niederschlesischer Kurier vom 24.07.10:
Tote Kälber in Niedergurig nicht von Wölfen gerissen
Die beiden toten Kälber in Niedergurig (hier
abgebildet des Kalb vom 01.07.10) sind nach
dem Tod von Aasfressern angefressen worden.
Hinweise auf Wölfe als Verursacher gab es nicht.
Der Beitrag „Kälber in der Region doch Beute von Wölfen?“ im Niederschlesischer Kurier vom 24.07.10 (
Link) ist nicht objektiv und fehlerhaft. Durch die Art und Weise der Berichterstattung wird beim Leser der Eindruck erweckt, dass es glaubhafte Belege dafür gebe, dass die am 27.05.10 und 01.07.10 in Niedergurig tot aufgefundenen Kälber von Wölfen gerissen seien, während das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz in Rietschen dies vertuschen will. Das ist jedoch nicht der Fall, denn die Mitteilung des Kontaktbüros, dass die Kälber nicht von Wölfen gerissen wurden, beruht auf unabhängigen, amtlichen Gutachten. Das Kontaktbüro kann entgegen der Darstellung im Beitrag des Niederschlesischen Kuriers, weder Gutachter beauftragen noch selbst Gutachten erstellen, es ist ausschließlich für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf zuständig.
Die Vorgehensweise bei der Begutachtung von Nutztierschäden ist im „Managementplan für den Wolf in Sachsen“ geregelt. Dieser Plan ist vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Abstimmung mit allen betroffenen Interessensgruppen, auch dem Sächsischen Landesbauernverband, erstellt worden. Demnach darf diese Untersuchung nur von ausgebildeten Gutachtern der Landratsämter, des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und dem Wildbiologischen Büro LUPUS durchgeführt werden. Im Fall Niedergurig war in Abstimmung mit dem Wolfsbeauftragten des Landratsamtes Bautzen, ein Gutachter des Biosphärenreservates vor Ort, um die toten Kälber zu untersuchen.
Die Kälber wurden demnach nicht von einem Wolf gerissen, sondern sind an einer anderen Ursache gestorben und nach dem Tod von Aasfressern wie z.B. Fuchs oder Marderhund angefressen worden.