Information zur Sichtungsmeldung von zwei Wölfen in Göbeln
15.12.2011:
Am 14.12.2011 gab es in den Medien die Meldung, dass am Dienstagmorgen, dem 13.12.2011, zwei Kinder auf dem Weg zum Schulbus in Göbeln (Landkreis Bautzen) zwei Wölfen begegnet sind. Die beunruhigten Eltern wendeten sich an einen ortsansässigen Jäger. Dieser riet ihnen den Bürgermeister zu verständigen und informierte die Presse.

Das Wolfsmanagement nahm den Kontakt mit der Familie auf, um im Gespräch mehr über die näheren Umstände der Begegnung zu erfahren.
Nach den Veröffentlichungen in der Presse zu der Sichtung meldete sich heute ein Hundehalter aus Särchen, dem Nachbarort von Göbeln, beim Wolfsmanagement. Der Schäferhund eines Nachbarn war gemeinsam mit seiner Schäferhündin in der Nacht zum 13.12.2011 entlaufen. Am Morgen konnte der Hundehalter dann seine Hündin in Göbeln wieder einfangen.

Sichtungen von Wölfen sollten an die Untere Naturschutzbehörde des jeweiligen Landkreises oder an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" unter der Telefonnummer 035772/46762 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. gemeldet werden.

 
Stand Wolfsvorkommen Oktober 2011
24.10.11:
In der Lausitz sind aktuell 9 Wolfsrudel (Eltern und Nachkommen) nachgewiesen. Sechs dieser Rudel leben im sächsischen Teil der Lausitz, zwei (Welzower- und Lieberoser Rudel) im brandenburgischen Teil. Das neunte Rudel (Spremberger Rudel) hat sein Territorium sowohl auf sächsischem als auch auf brandenburgischem Gebiet. Im Raum Zschorno (Brandenburg) wurde wieder die Anwesenheit eines Wolfspaares bestätigt. Hier konnte in den vergangenen Jahren keine Reproduktion nachgewiesen werden. Ob die Tiere in diesem Jahr Welpen führen, ist noch nicht sicher.

Beim Welzower Rudel fand 2011 offenbar eine Veränderung der Lage und Größe des Territoriums statt. Durch die vom IFAW ermöglichten und mit Unterstützung des WWF und NABU durchgeführten Monitoringarbeiten konnte festgestellt werden, dass sich das Kerngebiet des Rudels offenbar vom Tagebau Welzow-Süd in den Raum Altdöbern/Greifenhain verlagert hat.
Außerdem gibt es in Süd-Brandenburg nördlich von Calau (Raum Seese) bestätigte Hinweise auf Wölfe. Bisher ist allerdings unklar, wie viele Wölfe in diesem Bereich leben.

Insgesamt wurden bisher im Sommer 2011 in den Rudeln 33 Welpen bestätigt. Im Daubaner Rudel wurden 7 Welpen, im Spremberger Rudel 6 Welpen, im Königsbrücker Rudel 3 Welpen und im Seenland- und dem Lieberoser Rudel jeweils 4 Welpen fotografiert. Im Nochtener Rudel wurde bisher nur ein Welpe fotografiert. Beim Milkeler Rudel gelang der Nachweis von 6 Welpen über Fotografien und Spuren. Im Daubitzer Rudel konnten 2 Welpen über Spuren bestätigt werden. Beim Welzower Rudel steht der Nachweis von Reproduktion dagegen noch aus.
Die angegebenen Welpenzahlen stellen die fotografisch nachgewiesenen bzw. über Spuren bestätigten Tiere dar. Es ist davon auszugehen, dass die Wurfgröße in einigen Fällen darüber liegt.

Ein freilebendes Wolfsrudel besteht i.d.R. aus einem Elternpaar und deren Nachkommen der letzten zwei Jahre (Welpen und Jährlinge). Im Alter von ein bis zwei Jahren wandern die meisten Jungtiere ab, auf der Suche nach einem eigenen Revier. Durch Abwanderung der Jährlinge und Geburt der Welpen schwankt die Anzahl im Jahresverlauf meist zwischen fünf bis zehn Wölfen pro Rudel.

 
Wolfswelpen in der Königsbrücker Heide

8.07.2011:

Nachdem in diesen Tagen bereits beim  Spremberger Paar und im Milkeler Rudel Welpen nachgewiesen wurden, zeigen nun aktuelle Fotofallenaufnahmen, dass es auch in der Königsbrücker Heide Wolfsnachwuchs gibt. Im April 2011 konnten im Raum Köngsbrück  zwei Wölfe bestätigt werden. Nun zeigen die Aufnahmen einer automatischen Kamera („Fotofalle“), dass dieses Wolfspaar Welpen aufzieht.

Da neben der Geburt der Welpen auch die  Abwanderung der Jährlinge die Größe eines Wolfsrudels im Jahresverlauf verändert, ist es schwierig, eine genaue Angabe zur Anzahl der Wölfe in einer Region zu machen. Die Wissenschaftler zählen daher die Anzahl der Wolfsfamilien und der welpenlosen Wolfspaare: in der Lausitz sind mit der Neugründung des Spremberger Rudels und des Königsbrücker Rudels jetzt acht Wolfsfamilien. Sechs der acht Wolfsrudel leben in Sachsen, ein Rudel hat sein Revier sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg und ein Rudel hat sein Territorium in Brandenburg.

 
Nachwuchs bei zwei Lausitzer Wolfsrudeln

8.07.2011:

In dieser Woche konnte bei den Lausitzer Wölfen der erste Nachweis für Nachwuchs in diesem Jahr erbracht werden.

Bei dem Spremberger Paar, das sich 2010 östlich von Spremberg etabliert hat und im letzten Jahr noch keine Welpen aufzog, gelang der Nachweis von mindestens fünf Welpen durch eine automatische Kamera („Fotofalle“). Somit ist die siebte Wolfsfamilie, das Spremberger Rudel, in der Lausitz gegründet worden. Dieses Rudel hat sein Revier auf sowohl sächsischer als auch brandenburgischer Seite.

Auch im Milkeler Rudel gibt es Nachweise von Welpen in Form von Fotografien. Ob es auch in den übrigen Lausitzer Wolfsrudeln in diesem Jahr wieder Nachwuchs gibt, muss sich in den nächsten Wochen zeigen. Das Monitoring vom Wildbiologischen Büro LUPUS dazu läuft noch, wobei versucht wird die Bestätigung in Form von dokumentierten Spuren oder Fotos zu erbringen.

 
Erweiterung der Fördergebietskulisse

22.06.11:

Durch die Neuetablierungen von Wölfen in der Königsbrücker- und Annaburger Heide wurde das Fördergebiet zum präventiven Herdenschutz gegen Wolfsübergriffe in Sachsen erweitert. Neben den Landkreisen Bautzen und Görlitz gehören jetzt auch die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Teile der Landkreise Mittelsachsen, Leipzig und Nordsachsen zum Fördergebiet. Tierhalter (Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern) im Wolfsgebiet sollten ausreichende Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Schäden treffen.

Seit Herbst 2010 ist in der Annaburger Heide (Dreiländereck Sachsen-Anhalt / Sachsen / Brandenburg) ein einzelner Wolf u.a. durch Film – und Fotoaufnahmen nachgewiesen. Ende April 2011 wurden in der Königsbrücker Heide zwei Wölfe über Fotofallenaufnahmen bestätigt.

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im rot eingegrenzten Fördergebiet (siehe Karte) haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Förderrichtlinie "Natürliches Erbe" Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern etc.) fördern zu lassen. Der Fördersatz liegt bei 60 % der förderfähigen Ausgaben.

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