04. Januar 2010

Der Schaden an Nutztieren in Sachsen, bei denen Wölfe als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden konnten, betrug im Jahr 2009 insgesamt 21 tote und 1 verletztes Schaf.
In 7 Fällen, bei denen 16 Tiere gerissen und eines verletzt wurde, waren die Tiere durch Elektrozäune geschützt. Zu den Rissen kam es, weil zweimal die Herde aus der Koppel ausgebrochen war, dreimal der Zaun übersprungen wurde, einmal der Wolf vermutlich unter dem Zaun durchgeschlüpft ist und sich in einem Fall ein Schaf außerhalb der umzäunten Koppel befand. In allen Fällen, bis auf den letzten, wurde eine Entschädigung gezahlt, wobei sich die gesamte Auszahlungssumme für 2009 auf 2.061,- Euro beläuft.
Die übrigen 5 gerissenen Schafe waren über Nacht ungeschützt im Freien angepflockt gehalten worden. Da in diesen Fällen kein Mindestschutz gewährleistet war wurde kein Schadensausgleich gezahlt.

Im Jahr 2008 wurden 56 Schafe gerissen und 4 Schafe verletzt. Der Nutztierschaden hat sich somit um mehr als die Hälfte reduziert, obwohl sich die Anzahl der Wolfsrudel in Sachsen gegenüber 2008 nicht verändert hat. Die Höhe der Nutztierschäden steigt nicht zwangsläufig mit der Anzahl der Wölfe, die in einem Gebiet leben, sondern hängt vor allem auch von der Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen ab.
 

Zur Vorbeugung von Nutztierschäden sollten Schafe und Ziegen über Nacht im Stall gehalten werden. Alternativ können sie auch mit einem handelsüblichen Elektrozaun bzw. einem massiven Zaun aus Maschendraht oder Holz, der bis zum Boden abschließt und an allen Seiten geschlossen ist, geschützt werden.Die Anschaffung von Herdenschutz-Material (z.B. Elektrozaun) wird vom Freistaat Sachsen gefördert. Informationen zur Förderung erhalten Sie über Herrn Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung unter folgender Telefonnummer: 0172/3757602.