| Die Nahrungsökologie des Wolfes in Deutschland von 2001 bis 2008 |
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Ansorge H., Holzapfel M., Wagner C., Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz Seit 2001 werden im Zuge des Wolfsmonitorings kontinuierlich Wolfslosungen (Kot) gesammelt, um die Ernährung der Lausitzer Wölfe und eventuelle Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten zu dokumentieren. Inzwischen wurden 1468 Losungen untersucht (Stand Juli 2009) und im Hinblick auf die Nahrungszusammensetzung ausgewertet. Dafür werden die in der Losung enthaltenen, unverdaulichen Reste, wie Haare, Knochenfragmente oder Zähne, den entsprechenden Beutetierarten zugeordnet, um dann die tatsächlich verzehrten Anteile pro Beutetierart am Speiseplan der Wölfe zu berechnen.
Nahrungszusammensetzung Der hohe Reh-Anteil ist für Wolfspopulationen in Gegenden mit relativ hoher Rothirschdichte wie der Muskauer Heide eher ungewöhnlich und begründet sich vermutlich dadurch, dass die Lausitzer Wölfe meist allein oder zu zweit jagen und somit das kleinere Reh leichter zu überwältigen ist. Die vom Menschen angesiedelten Arten Mufflon und Damhirsch bilden nur einen sehr geringen Teil der Wolfsnahrung. Das Mufflon ist inzwischen aus dem Untersuchungsgebiet weitgehend verschwunden, da ihm Fluchthabitate fehlen. Seine typische Fluchtstrategie, das Ausweichen in steile Felsen, konnte das Mufflon gegenüber den Wölfen in der flachen Lausitz nicht anwenden. Anteil von Jungtieren an der Nahrung der Wölfe Die Wölfe in der Lausitz bevorzugen deutlich Rothirschkälber gegenüber ausgewachsenen und wehrhafteren Hirschen. Rehe dagegen werden nicht nach dem Alter selektiert, der Anteil der Rehkitze an der Nahrung der Wölfe entspricht also etwa dem Anteil der Kitze am Gesamtbestand der Rehe.
Die Daten reichen noch nicht aus, um eine Aussage über die Selektion junger gegenüber ausgewachsenen Wildschweinen zu treffen. Es ist jedoch anzunehmen, dass juvenile Wildschweine deutlich bevorzugt werden. Dafür sprechen die Ergebnisse vergleichbarer Untersuchungen aus Polen und Italien und der erhöhte Wildschweinanteil an der Wolfsnahrung im Frühjahr, wenn besonders viele Frischlinge zur Verfügung stehen. Abb. 2: Anteil an der Gesamtzahl gerissener Tiere (%) Entwicklung der Nahrungszusammensetzung im Jahresverlauf
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Wie für Wolfsvorkommen in wildreichen Gebieten typisch, besteht die Hauptnahrung der Lausitzer Wölfe aus wildlebenden Huftieren, welche 95,5% der verzehrten Biomasse ausmachen und in 96% aller Losungen enthalten sind. Das Reh bildet dabei mit über 50% den Hauptnahrungsbestandteil, gefolgt von Rothirsch und Wildschwein.
Die Wölfe in der Lausitz bevorzugen deutlich Rothirschkälber gegenüber ausgewachsenen und wehrhafteren Hirschen. Rehe dagegen werden nicht nach dem Alter selektiert, der Anteil der Rehkitze an der Nahrung der Wölfe entspricht also etwa dem Anteil der Kitze am Gesamtbestand der Rehe.
Die Daten reichen noch nicht aus, um eine Aussage über die Selektion junger gegenüber ausgewachsenen Wildschweinen zu treffen. Es ist jedoch anzunehmen, dass juvenile Wildschweine deutlich bevorzugt werden. Dafür sprechen die Ergebnisse vergleichbarer Untersuchungen aus Polen und Italien und der erhöhte Wildschweinanteil an der Wolfsnahrung im Frühjahr, wenn besonders viele Frischlinge zur Verfügung stehen.