BesenderungDie Radiotelemetrie ist eine in der Wildtierforschung weit gebräuchliche wissenschaftliche Methode zur Gewinnung von Erkenntnissen über Raum-Nutzungsmuster, räumliche Ausbreitung und Lebensweise freilebender Tiere.
Dem Wolf wird unter Betäubung ein Halsbandsender angebracht. Mit Hilfe eines Empfängers und einer Richtantenne kann der Aufenthaltsort des Tieres dann aus der Entfernung lokalisiert werden, ohne es durch direktes Aufsuchen/Sichtkontakt zu stören. In Sachsen dient die Methode z.B. zur Ermittlung der Größe, Lage sowie der räumlich-zeitlichen Nutzung eines Wolfsterritoriums. Sie liefert außerdem Erkenntnisse zu Aktivitäts- und Ruhephasen des besenderten Tieres und ermöglicht einen besseren Einblick in seine Ernährung, da die Reste gerissener Beutetiere gezielter nachgesucht und zeitnäher dokumentiert werden können.
Im Winter 2003/2004 wurde eine Fähe aus dem Gebiet um Neustadt/Spree (Neustädter Wölfin) mit einem VHF-Halsbandsender ausgestattet. Zwei Jahre lang lieferte sie Informationen über die Nutzung ihres Reviers, ihre Aktivität und Lebensweise.

karl_klZur Erforschung des Verhaltens von abwandernden Wölfen, werden GPS-GSM-Sender verwendet, die den Aufenthaltsort des Tieres mittels Satelliten orten und die Lokalisation per SMS über ein Modem an den Computer senden. Bei dieser Technik entfällt der Aufwand zur Lokation des Signales mit einer Richtantenne im Gelände. Die weltumspannende Satelliten-Abdeckung ermöglicht eine uneingeschränkte Aufzeichnung der Wanderbewegungen. Dadurch können Informationen über die Wahl der Wanderroute, bevorzugte Aufenthaltsorte, mögliche Barrieren und ggf. Todesursachen von Wölfen, die das Lausitzer Wolfsgebiet verlassen, gewonnen werden.
Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurden 2009 und 2010 jeweils drei Wölfe im Rahmen einer mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geförderten "Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland" mit GPS-GSM-Sendern ausgestattet. Das Pilotprojekt wurde im Sommer 2011 abgeschlossen. Mehr Informationen zu der Studie erfahren Sie auf der Internetseite des BfN und in der Presseerklärung des BfN vom 27.10.2011.

 

Aktuell besenderte Wölfe

Am 04.12.2011 wurde ein Welpe aus dem Nochtener Rudel bei einem Verkehrsunfall verletzt und war anschließend eingefangen worden. Nach der Behandlung eines Schien- und Wadenbeinbruches kam der junge Wolf in die Quarantänestation im Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V. Anfang Januar 2012 wurde er, mit einem Senderhalsband ausgestattet, im Territorium seiner Eltern wieder in die Freiheit entlassen. Er erhielt die Bezeichnung MT5 ("Timo").

Außerdem sind derzeit noch drei Wölfe im Rahmen des Projektes "Wanderwolf" besendert worden.

 

Der Aufenthaltsort der besenderten Wölfe wird regelmäßig veröffentlicht (Besenderte Wölfe).