Da Direktbeobachtungen von Wölfen sehr selten sind, ist das Ausgehen von Spuren im Neuschnee die wichtigste indirekte Methode zur Abschätzung der Anzahl der Wölfe im Gebiet. Auf Brandschutzschneisen, Fahrspuren, offenen Binnendünen sowie auf den militärisch genutzten Offenlandbereichen der Muskauer Heide, ist auch das Auswerten von Wolfsspuren im Sand gut möglich. Im Sommerhalbjahr können über die Verteilung der Spuren Hinweise auf eine Welpenaufzucht gefunden werden (Spurenkonzentrationen am Welpenaufzuchtplatz). Anhand von Welpenspuren läßt sich der Fortpflanzungserfolg der Rudel nachweisen.
Sowohl in den Maßen der Pfotenabdrücke (Trittsiegel), als auch anhand der Schrittlänge lassen sich z.T. individuelle Unterschiede ausmachen, welche Rückschlüsse auf die Identität des Wolfes zulassen.
Beim Ausgehen von Wolfsspuren können zudem weitere Hinweise wie Losungen, Risse oder Markierungen gefunden werden. Besonders Markierungen in der Ranzzeit der Wölfe geben Aufschluss über den reproduktiven Status des Wolfes. So findet man in Urinmarkierungen fortpflanzungsfähiger Weibchen in dieser Zeit Proöstrusblut.
Hinweise über den Status eines Wolfes erlangt man auch über die Art, wie das Tier seinen Urin absetzt. Erwachsene Wölfe, die ein Territorium besitzen, hinterlassen viele gut verteilte, meist erhöht abgesetzte Urinmarkierungen, Jungwölfe tun dies nicht.