Seit 2009 gibt es den Managementplan für den Wolf in Sachsen. Dieser Managementplan dient in erster Linie nicht dazu, die Lebensbedingungen der Wölfe in Sachsen zu verbessern, denn der Wolf ist eine sehr anpassungsfähige Tierart. Er benötigt keine "Wildnis", sondern kann auch in einer Kulturlandschaft leben. Dadurch, dass die Bejagung von Wölfen in Deutschland und Polen eingestellt wurde, konnte der Wolf aus eigener Kraft wieder in Deutschland sesshaft werden.

Viel mehr soll das Wolfsmanagement ein konfliktarmes Nebeneinander von Wolf und Mensch ermöglichen. Nachdem der Wolf lange Zeit nicht in Deutschland vorkam, muss sich die Bevölkerung wieder an die Anwesenheit dieses Beutegreifers gewöhnen. So bestehen häufig Fragen und Ängste in der Bevölkerung, besonders seitens der Nutztierhalter. Um hierauf reagieren zu können, wurden Strukturen und Maßnahmen im Rahmen des Managements für den Wolf in Sachsen geschaffen.

Der Managementplan gliedert das Wolfsmanagement in drei Säulen, welche hier kurz vorgestellt werden:

Monitoring und Forschung

Die Kernkompetenz für Monitoring und Forschung liegt beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dem Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland.

Das Wolfsmonitoring dient der Überwachung des Erhaltungszustandes der Wolfspopulation. Neben dem Erheben und Auswerten von belastbaren Daten (u.a. Spuren, Kot, Risse), um Informationen zur Populationsgröße und -verbreitung zu bekommen, laufen auch telemetrische Untersuchungen zu Raumnutzung und Migrationsverhalten von Wölfen, sowie Studien zu der Nahrungsökologie und den Verwandschaftsverhältnissen der Wölfe.

Unterstützend wirken geschulte Personen aus den Landratsämtern und des Staatsbetriebs Sachsenforst als auch Personen aus den Bereichen Jagd und Naturschutz, sowie interessierte Bürger.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Kernkompetenz zur Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit bildet das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" als offizielle Informationsstelle zum Wolf im Freistaat Sachsen. Es befindet sich in der Trägerschaft des Landkreises Görlitz.

Das Kontaktbüro steht im engen Austausch mit Monitoring/Forschung und Herdenschutz. Hier werden neue Erkenntnisse zu den Wölfen gebündelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese werden zeitnah auf der Internetseite des Kontaktbüros präsentiert, sowie über Pressemeldungen bekannt gegeben. Des Weiteren werden über Vortragsveranstaltungen, Infostände und die Ausstellung "Wolfsscheune" der Öffentlichkeit Informationen über Wölfe zugänglich gemacht.

Ebenso wie auch bei Monitoring und Forschung wird die Öffentlichkeitsarbeit durch geschulte Personen aus den Landratsämtern sowie Personen aus den Bereichen Forst, Jagd und Naturschutz unterstützt.

Schadensprävention / -begutachtung, -ausgleich

In Gebieten, in denen wieder Wölfe leben, sollten Schafe, Ziegen oder Wild in Gattern durch geeignete Schutzmaßnahmen wie z.B. Elektrozäune vor Übergriffen geschützt werden. Nur so lassen sich Schäden an Nutztieren vermeiden. Kommt es dennoch zu einem Übergriff, besteht ein Anspruch auf Schadensausgleich. Dafür muss der Schaden begutachtet werden. Hierfür zuständig sind geschulte Personen aus den Landratsämtern.

Bei einem entstandenen Schaden bewertet das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie die Schadenshöhe. Der Schadensausgleich erfolgt über die Landesdirektion.

Aufklärungs- und Präventionsarbeit wird wiederum vom Wolfsbeauftragten des Staatsbetriebs Sachsenforst und den geschulten Personen aus den Landratsämtern geleistet.

 

Struktur des Sächsischen Wolfsmanagements