| Die Lausitz |
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![]() Das gegenwärtige Verbreitungsgebiet des Lausitzer Wolfsvorkommens umfasst die Muskauer Heide und die Heide- und Teichlandschaft in der Oberlausitz im Osten des Freistaates Sachsens sowie einen Teil der Niederlausitz in Süd-Brandenburg.
Die Muskauer Heide befindet sich im Norden der Oberlausitz und ist das größte Binnendünengebiet Deutschlands. Die Landschaft ist von ausgedehnten Kiefernwäldern mit Zwergstrauchheiden, Trockenrasen und Heidemooren geprägt. Über 16300 ha der Muskauer Heide ist als Truppenübungsplatz Oberlausitz ausgewiesen. Bis zu 12 Meter mächtige Braunkohleflöze, welche die Muskauer Heide über weite Strecken unterlagern, werden durch die Tagebaue Nochten und Reichwalde erschlossen. Der Energiekonzern Vattenfall Europe fördert in Nochten bis zu 17 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr. Der gestundete Tagebau Reichwalde wird auf seine Wiederinbetriebnahme 2010 vorbereitet.
Südwestlich an die "Muskauer Heide", schließt sich im pleistozän überformten Tiefland das "Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet" an. Diese größte Teichlandschaft Deutschlands stellt eine Kulturlandschaft mit über 1000 von Menschen geschaffenen Fischteichen dar. Begünstigt durch die geringe Siedlungsdichte und die Teichwirtschaft ist hier eine bemerkenswerte Naturausstattung erhalten geblieben, in welcher z.B. Seeadler, Kranich und Fischotter noch stabile Populationen aufweisen. Das Biosphärenreservat "Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft" befindet sich mit einer Fläche von ca. 30.000 ha im Zentrum dieses Teichgebietes.
Bei ansteigendem Gelände schließen sich südlich die großflächigen Landschaftsformen "Oberlausitzer Gefilde" und "Südöstliche Oberlausitz" an. Insbesondere das Oberlausitzer Gefilde stellt ein Altsiedelgebiet dar, dessen landwirtschaftliche Nutzung, begünstigt durch Lössböden, bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. In der südöstlichen Oberlausitz sind zahlreiche Basaltberge mit reichhaltiger Naturausstattung und schönen Aussichten zum Besuch zu empfehlen. Besondere Beachtung sollte der Besucher den oft auch als Perlen der Oberlausitz bezeichneten Städten des "Sechs-Städte-Bundes" (im Jahr 1346 gegründeter spätmittelalterlicher Wehrbund) schenken. Mit Kamenz, Bautzen, Löbau, Görlitz und Zittau befinden sich heute noch fünf dieser Städte auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. All diesen Städten sind eine lange, wechselvolle Geschichte und gut erhaltene mittelalterliche Stadtkerne gemein. Bautzen, die Stadt der Türme, ist mit Ihrer Lage am Kerbtal der Spree besonders reizvoll. Die Umgebung von Bautzen und Kamenz ist für ihre von der sorbischen Bevölkerung am Leben gehaltenen Ostertraditionen bekannt. Die Stadt Görlitz hat im Zuge der Altstadtsanierung in den letzten Jahren wieder einen besonderen Glanz erlangt und ist mit seinen prunkvollen Bauten, welche vor allem der Spätgotik, der Renaissance und dem Jugendstil zuzuordnen sind, von besonderem Reiz für architektonisch interessierte Besucher. Der Süden der Oberlausitz ist schließlich von Bergländern geprägt, wobei die Naturräume des "Oberlausitzer Berglandes" und des "Zittauer Gebirges" zu nennen sind. Das Oberlausitzer Bergland ist durch sanfte Bergzüge und weite Täler mit Waldhufendörfern geprägt. Besonders sehenswert und reizvoll sind die nur im Dreiländereck von Oberlausitz, Tschechien und dem polnischen Teil Niederschlesiens anzutreffenden "Umgebindehäuser", einer Kombination aus fränkischem Fachwerk und slawischer Blockbauweise.
Das Oberlausitzer Bergland ist ein traditionelles Wandergebiet. Zahlreiche Berge sind von Aussichtstürmen und Bergbauden aus dem späten 19. Jahrhundert gekrönt. Die Ausblicke reichen bis zum Osterzgebirge, dem Zittauer Gebirge und sogar zum Jeschken in Tschechien und ins Riesengebirge. Im grenzüberschreitenden Zittauer Gebirge erreicht die Oberlausitz nahezu 800m Höhe über dem Meeresspiegel. Die Schneesicherheit macht das Zittauer Gebirge zu einem beliebten Wintersportgebiet. Der Tiger von Sabroth
Die wohl bekannteste Wolfsgeschichte in der Oberlausitz ist die Überlieferung eines Wolfes über den die Zeitungen unter dem Namen "Der Tiger von Sabrodt" berichteten. Gegen 1900 wurde die Anwesenheit des Wolfes in den Wäldern rund um Hoyerswerda durch Rissfunde von Rehen und anderem Wild bemerkt. Auf seine Erlegung wurde für die damalige Zeit eine sehr hohe Belohnung ausgesetzt. Trotz "vielfacher Nachstellungen gelang es lange nicht "seiner habhaft zu werden, so dass er lange ein stilles und sagenumwobenes Dasein führte." Am 27.02. 1904 tötete schließlich ein Förster aus Weißkollm den 41 kg schweren Rüden. Über den Abschuss berichtet eine Tageszeitung vom 28.02.1904: "...seine Vorsicht und Schnelligkeit spotteten allen Nachstellungen. Nachdem er in letzter Zeit wiederholt gespürt worden war, meldete am Sonnabend Herr Revierförster Dommel in Neustadt der Königlichen Oberförsterei sicherer Anzeichen seiner Anwesenheit, worauf sofort eine große polizeiliche Jagd veranstaltet wurde. Der frisch gefallene Spurschnee ermöglichte es, der Fährte des Tieres zu folgen, zahlreiche aufgebotene Wagen brachten Schützen und Treiber schnell der Spur nach, so dass es am Nachmittag gelang das Raubtier auf Revier Tschelln einzukreisen. Herr Oberförster Dutmer-Bohla kam zum Schuß und verwundete es, jedoch wohl nicht tödlich, weil er auf eine große Entfernung schoß. Die verwundete Bestie wandte sich nach einer offenen Fläche, wo Herr Förster Brehmer-Weißkollm auf etwa 30 Meter sie glücklich traf. Das Tier flüchtete noch bis zu einem nahen Dickicht wo man es bald verendet fand."In der Jagdzeitschrift Wild und Hund von 1904 heißt es dazu: "Seit nunmehr 100 Jahren ist in der Lausitz im Herzen Deutschlands kein Wolf mehr geschossen worden, und heute, oder vielmehr am 27.02.1904 wird eine solche Bestie, die nachweislich fünf Jahre ihr Dasein gestiftet hat, ebendort zur Strecke gebracht...dass vier Jahre vergehen mussten, ehe man dem Satan das Handwerk legte, das ist unverzeihlich. Nun ist Gott sei dank Ruhe, und den Erfolg werden wir recht bald an unserem Wildstand merken..." |





Südwestlich an die "Muskauer Heide", schließt sich im pleistozän überformten Tiefland das "Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet" an. Diese größte Teichlandschaft Deutschlands stellt eine Kulturlandschaft mit über 1000 von Menschen geschaffenen Fischteichen dar. Begünstigt durch die geringe Siedlungsdichte und die Teichwirtschaft ist hier eine bemerkenswerte Naturausstattung erhalten geblieben, in welcher z.B. Seeadler, Kranich und Fischotter noch stabile Populationen aufweisen.
Die wohl bekannteste Wolfsgeschichte in der Oberlausitz ist die Überlieferung eines Wolfes über den die Zeitungen unter dem Namen "Der Tiger von Sabrodt" berichteten. Gegen 1900 wurde die Anwesenheit des Wolfes in den Wäldern rund um Hoyerswerda durch Rissfunde von Rehen und anderem Wild bemerkt. Auf seine Erlegung wurde für die damalige Zeit eine sehr hohe Belohnung ausgesetzt. Trotz "vielfacher Nachstellungen gelang es lange nicht "seiner habhaft zu werden, so dass er lange ein stilles und sagenumwobenes Dasein führte." Am 27.02. 1904 tötete schließlich ein Förster aus Weißkollm den 41 kg schweren Rüden. Über den Abschuss berichtet eine Tageszeitung vom 28.02.1904: "...seine Vorsicht und Schnelligkeit spotteten allen Nachstellungen. Nachdem er in letzter Zeit wiederholt gespürt worden war, meldete am Sonnabend Herr Revierförster Dommel in Neustadt der Königlichen Oberförsterei sicherer Anzeichen seiner Anwesenheit, worauf sofort eine große polizeiliche Jagd veranstaltet wurde. Der frisch gefallene Spurschnee ermöglichte es, der Fährte des Tieres zu folgen, zahlreiche aufgebotene Wagen brachten Schützen und Treiber schnell der Spur nach, so dass es am Nachmittag gelang das Raubtier auf Revier Tschelln einzukreisen. Herr Oberförster Dutmer-Bohla kam zum Schuß und verwundete es, jedoch wohl nicht tödlich, weil er auf eine große Entfernung schoß. Die verwundete Bestie wandte sich nach einer offenen Fläche, wo Herr Förster Brehmer-Weißkollm auf etwa 30 Meter sie glücklich traf. Das Tier flüchtete noch bis zu einem nahen Dickicht wo man es bald verendet fand."