Junger Wolf kehrt zum Rudel zurück
BfN informiert:     - Junger Wolf kehrt zum Rudel zurück
- GPS-Sendehalsband liefert wertvolle Daten

Bonn/Dresden/Potsdam, 8. April 2009: Der Anfang März  mit einem GPS- Sender ausgestattete junge Wolfsrüde ist nach einem zweieinhalbwöchigen Ausflug wieder in das Gebiet seines Rudels, im Nordosten Sachsens zurückgekehrt. Nachdem er sich einige Tage auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog aufgehalten hatte, lief er in nur dreieinhalb Tagen wieder ins Gebiet des Nochtener Rudels zurück. Dabei weilte er kurz im Raum Luckau, um von dort weiter in Richtung A 13 zu laufen, die er am 23.03. in der Nähe von Klein Mehßow querte. In der gleichen Nacht befand er sich später nördlich von Großräschen. Er nahm auf dem Rückweg fast die gleiche Route wie auf dem Hinweg, legte die Distanz aber insgesamt schneller zurück. Die letzte Tagesetappe umfasste sogar 75 km Luftlinie. Am 24.03.2009 gegen 13:00 Uhr war er wieder im Gebiet des Nochtener Rudels. Seither bewegt er sich eher kleinräumig.
Sein ebenfalls 10-Monate alter Bruder, der seit Mitte März 2009 einen Sender trägt, hat sich indes aus dem Gebiet der Eltern bislang nicht entfernt. Er hielt sich in den letzten zwei Wochen vornehmlich in der Heide- und Teichlandschaft südlich des Truppenübungsplatzes Oberlausitz auf, die zum Territorium des Nochtener Rudels gehört.
Junge Wölfe verlassen das Revier der Eltern meist im Alter von 1-2 Jahren, um ein eigenes Revier zu finden. Die Beobachtung des jungen Rüden aus dem Nochtener Rudel ist ein Beispiel dafür, dass einzelne Jungwölfe weite Exkursionen unternehmen, noch bevor sie sich endgültig von ihrem Rudel lösen.
Die beiden Wölfe wurden im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungs-Vorhabens „Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland“ besendert. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert. Mit dem Forschungsprojekt soll das Verhalten von abwandernden Wölfen erforscht werden. Die Erkenntnisse zum Ausbreitungsverhalten können in Managementpläne einfließen und auch bei der gezielten Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zum Neubürger Wolf genutzt werden.

 
Wolf auf Wanderschaft
Wolf auf Wanderschaft
- GPS-Sendehalsband liefert weiterhin wertvolle Daten

Bonn/Dresden/Potsdam, 25. März 2009: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Wissenschaftler der Pilotstudie zum Ausbreitungsverhalten von Wölfen sind erleichtert. Der junge Wolfsrüde aus dem Nochtener Rudel, der Anfang März in Nord-Ost-Sachsen mit einem GPS-Sendehalsband versehen worden war, sendet wieder. Der Funkkontakt war letzte Woche kurzzeitig unterbrochen, so dass sein Verbleib ungewiss war. Doch jetzt erhielten die Biologinnen Ilka Reinhardt und Gesa Kluth vom Wildbiologischen Büro LUPUS neue Funkdaten. Danach hielt sich der Wolf, nachdem er am 11.März die Bundesautobahn A 13 am Autobahnkreuz Spreewald überquert hatte, zunächst ein paar Tage im Raum Dahme auf. Anfang letzter Woche befand er sich nördlich von Luckenwalde und einen Tag später laut Sendedaten bei Treuenbrietzen. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz von Jüterbog war der Wolf am Wochenende bereits wieder in den Raum Luckau gewandert. Dabei hat er in einer einzigen Nacht eine Entfernung von 55 km Luftlinie zurückgelegt. Maximal war er 150 km Luftlinie von seinem Heimatrudel entfernt.

Der zweite besenderte Wolf aus dem Nochtener Rudel hält sich nach wie vor im Territorium seiner Eltern auf.

Die beiden Wölfe wurden im Rahmen des Forschungs- und Erprobungs-Vorhabens "Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland" besendert. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Mit dem Forschungsprojekt soll das Verhalten von abwandernden Wölfen erforscht werden. Die Erkenntnisse zum Ausbreitungsverhalten können in Managementpläne einfließen und auch bei der gezielten Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zum "Neubürger Wolf" genutzt werden.
 
Zweiter Wolf in der Lausitz mit Halsbandsender
Zweiter Wolf in der Lausitz mit Halsbandsender

Heute Morgen wurde vom Wildbiologischen Büro LUPUS ein zweiter Wolf mit einer Fußfalle auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz gefangen und mit einem GPS-GSM Halsbandsender ausgestattet. Es handelt sich wieder um einen 10 Monate alten Wolfsrüden aus dem Nochtener Rudel. Bereits am Freitag letzte Woche wurde im Revier des Nochtener Rudels ein junger Rüde erfolgreich besendert. Dieser hat das Elternrevier inzwischen verlassen und befindet sich in Brandenburg westlich der A13.
Erstmals kann damit die Abwanderung von einem jungen Wolf in Deutschland wissenschaftlich verfolgt werden.
Die Aktion erfolgt im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und ist Teil des vom BfN initiierten und vom Sächsischen Umweltministerium unterstützten F+E Vorhabens „Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland“.
Das Pilotprojekt wird vom BfN mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.
 
Junger Wolf in der Oberlausitz besendert
Junger Wolf in der Oberlausitz besendert
Wanderverhalten wird beobachtet

Dresden/Bonn, 10 März 2009: Am vergangenen Freitag (06.03.2009) gelang es den Biologen des Wildbiologischen Büros LUPUS auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz einen zehn Monate alten männlichen Welpen des Nochtener Rudels zu fangen und mit einem Sender auszustatten. Der Wolf wurde mit einem GPS-GSM Halsband versehen, das Daten zum Abwanderungsverhal-ten von Wölfen in Deutschland liefert. Die Aktion erfolgte im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und ist Teil des vom BfN initiierten und vom Sächsischen Umweltministerium unterstützten F+E Vorhabens „Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland“.
Die gewonnenen Daten zum Raum-Zeit-Verhalten des besenderten Wolfes tragen dazu bei, besser zu verstehen, wie Wölfe sich in einer z.T. dicht besiedelten Kulturlandschaft verhalten. Aktuelle Wolfsnachweise aus mehreren Bundesländern zeigen, dass Wölfe auch in unserer heutigen von Menschen geprägten Landschaft weite Strecken zurücklegen können. Das Verhalten der Tiere bei ihren Wanderungen ist in vielen Bereichen nach wie vor unklar. Offene Fragen sind z.B.: In welchem Alter wandert ein Wolf ab? Wie schnell, wie weit, wie gerichtet bewegt er sich? Wie verhält sich ein Wolf, wenn er auf Autobahnen oder andere Einrichtungen trifft, die als Barrieren wirken könnten?
Diese Fragen können natürlich nicht abschließend anhand eines einzelnen besenderten Jungwolfes geklärt werden. Nicht alle junge Wölfe wandern weite Strecken ab. Einige etablieren ihr Territorium auch in Nachbarschaft zu ihren Eltern. Nach Möglichkeit sollen daher weitere Tiere mit GPS-GSM Halsbändern ausgestattet werden. Diese Sender lokalisieren sich selbst über Satellit und übermitteln ihre Position per SMS an eine Empfangsstation im Büro. Um die Batterie des Halsbandsenders zu schonen, werden in der Regel mehrere Positionen gesammelt, bevor sie über das Handynetz übermittelt werden. Das heißt, die Biologen wissen zwar im Nachhinein, wo sich das Tier aufgehalten hat, verfolgen jedoch den Weg des Wolfes nicht online. Die Erkenntnis-se zum Ausbreitungsverhalten fließen in Managementpläne ein und können auch bei der gezielten Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zum „Neubürger Wolf“ genutzt werden.
Das Pilotprojekt wird vom BfN mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.
Fotohinweis:
Foto als Download unter www.bfn.de/0404_pressefotos.html, Textzeile zum Foto: Der junge Rüde trägt jetzt ein GPS-GSM Halsband, mit dem seine Wanderungen nachverfolgt werden können. Foto: Karsten Nitsch.
Kontakt für weitere Fotos: Karsten Nitsch Tel.035727/57585 e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Kontakt für Filmaufnahmen: Sebastian Koerner Tel. 035727/57758 e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Pressemitteilung vom 10. März 2008 Seite 2
Hintergrund Wolfsprojekt:
Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz zwischen Rietschen und Weißkeißel wurden 1998 erstmals zwei Wölfe gesichtet. 2000 kamen dort vier Welpen zur Welt. Seitdem gab es jährlich Wolfsnachwuchs in der sächsischen Oberlausitz. Derzeit leben hier fünf Wolfsfamilien und ein Wolfspaar in Südbrandenburg auf ca. 2000 km². Über die Wanderrouten und den Verbleib der Jungwölfe, die in den letzten 8 Jahren mit Erreichen der Geschlechtsreife aus den Rudelterritorien abgewandert sind, liegen bisher kaum Informationen vor.
Im Nochtener Rudel, zu dem der besenderte Wolf gehört, wurden im vorigen Jahr acht Welpen geboren, von denen zwei Anfang diesen Jahres überfahren wurden. Ein dritter junger Wolf wurde im Januar geschossen aufgefunden.


Pressesprecher Franz August Emde Bundesamt für Naturschutz Telefon 02 28/84 91-4444
Stellvertreter Sascha Ziehe Konstantinstr. 110 Telefax 02 28/84 91-1039
53179 Bonn E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Internet www.bfn.de
 
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