Wolf reißt ein ungeschütztes Schaf in Klein-Radisch
Nutztierschäden

16. August 2010

In der Nacht vom Sonntag zum Montag dem 16.08.10 wurde in Klein-Radisch (Landkreis Görlitz) ein Schaf von einem Wolf gerissen, wie die Untersuchung durch zwei geschulte Gutachter (aus Biosphärenreservat und Landratsamt Görlitz) ergab. Das Schaf war über Nacht auf einer Wiese neben einem Haus angebunden.

Durch das Einkoppeln mit einem ringsum geschlossenen Elektrozaun, oder das Einstallen der Tiere über Nacht, können Nutztierschäden minimiert werden.

Die Haltung in der Nähe von Gebäuden bietet an sich keine Sicherheit für Schafe und Ziegen, denn Wölfe laufen im Schutze der Dunkelheit zuweilen unmittelbar an bewohnten Häusern vorbei, so wie man es auch von Rehen und Wildschweinen kennt.

Die Anschaffung von Herdenschutz-Material (z.B. Elektrozaun) wird vom Freistaat Sachsen gefördert.

 
Drei Schafe bei Reichwalde vom Wolf gerissen
Nutztierschäden
03. August 2010
Auf einer Weide bei Reichwalde (Landkreis Görlitz) haben Wölfe im Verlauf der letzten Woche ein erwachsenes Schaf und zwei Lämmer gerissen und fast vollständig aufgefressen. Der Schaden wurde am Samstag den 31.07. bemerkt und dem Wildbiologischen Büro gemeldet. Die Koppel mit vormals 10 Schafen war an einer Seite, entlang eines Wassergrabens, nicht eingezäunt.
Zur Vorbeugung von Nutztierschäden sollten Schafe und Ziegen über Nacht im Stall untergebracht werden oder mit einem handelsüblichen Euronetzzaun bzw. einem massiven Holz/ Maschendrahtzaun, der bis zum Boden abschließt und an allen Seiten geschlossen ist, geschützt werden. Die Anschaffung von Herdenschutz-Material (z.B. Elektrozaun) wird vom Freistaat Sachsen gefördert.
Gewässer stellen keine Barriere für Wölfe dar, da diese übersprungen oder durchschwommen werden können.
 
Gegendarstellung: Tote Kälber in Niedergurig nicht von Wölfen gerissen
Sonstiges
26.07.2010
Gegendarstellung zum Beitrag „Kälber in der Region doch Beute von Wölfen?“ im Niederschlesischer Kurier vom 24.07.10:
Tote Kälber in Niedergurig nicht von Wölfen gerissen

Die beiden toten Kälber in Niedergurig (hier abgebildet des Kalb vom 01.07.10) sind nach dem Tod von Aasfressern angefressen worden. Hinweise auf Wölfe als Verursacher gab es nicht.
Die beiden toten Kälber in Niedergurig (hier
abgebildet des Kalb vom 01.07.10) sind nach
dem Tod von Aasfressern angefressen worden.
 Hinweise auf Wölfe als Verursacher gab es nicht.
Der Beitrag „Kälber in der Region doch Beute von Wölfen?“ im Niederschlesischer Kurier vom 24.07.10 (Link) ist nicht objektiv und fehlerhaft. Durch die Art und Weise der Berichterstattung wird beim Leser der Eindruck erweckt, dass es glaubhafte Belege dafür gebe, dass die am 27.05.10 und 01.07.10 in Niedergurig tot aufgefundenen Kälber von Wölfen gerissen seien, während das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz in Rietschen dies vertuschen will. Das ist jedoch nicht der Fall, denn die Mitteilung des Kontaktbüros, dass die Kälber nicht von Wölfen gerissen wurden, beruht auf unabhängigen, amtlichen Gutachten. Das Kontaktbüro kann entgegen der Darstellung im Beitrag des Niederschlesischen Kuriers, weder Gutachter beauftragen noch selbst Gutachten erstellen, es ist ausschließlich für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf zuständig.
Die Vorgehensweise bei der Begutachtung von Nutztierschäden ist im „Managementplan für den Wolf in Sachsen“ geregelt. Dieser Plan ist vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Abstimmung mit allen betroffenen Interessensgruppen, auch dem Sächsischen  Landesbauernverband, erstellt worden. Demnach darf diese Untersuchung nur von ausgebildeten Gutachtern der Landratsämter, des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und dem Wildbiologischen Büro LUPUS durchgeführt werden. Im Fall Niedergurig war in Abstimmung mit dem Wolfsbeauftragten des Landratsamtes Bautzen, ein Gutachter des Biosphärenreservates vor Ort, um die toten Kälber zu untersuchen.
Die Kälber wurden demnach nicht von einem Wolf gerissen, sondern sind an einer anderen Ursache gestorben und nach dem Tod von Aasfressern wie z.B. Fuchs oder Marderhund angefressen worden.
Weiterlesen...
 
Nachwuchs bei den sächsischen Wolfsrudeln
Sonstiges
Zwei Welpen des Milkleler Rudels
Zwei Welpen des Milkleler Rudels
09. Juli 2010: Auch in diesem Jahr gibt es in den fünf sächsischen Wolfsrudeln vermutlich wieder Nachwuchs.
Um wie viele Welpen es sich handelt, kann voraussichtlich erst zum Ende des Sommers gesagt werden. Das Monitoring vom Wildbiologischen Büro LUPUS dazu läuft noch. In der Regel besteht ein Wurf aus vier bis sechs Jungtieren.

Beim Nochtener- und beim Milkeler Rudel gibt es Nachweise von Welpen in Form von Fotografien. Beim Daubitzer Rudel sind zwar noch keine Welpen gesehen, aber Spuren gefunden worden. Zudem gibt es konkrete Hinweise auf Nachwuchs beim Seenland– und beim Daubaner Rudel, die Bestätigung des Nachwuchses durch das Monitoring in Form von dokumentierten Spuren oder Fotos steht hier aber noch aus.
Weiterlesen...
 
Neues von den besenderten Wölfen
Besenderte Wölfe
Die Wölfin leckt ihrem Partner die Wunden.
Die Milkeler Wölfin leckt ihrem Rüden "Rolf" über die Kratzer an der Schnauze die er sich beim Kampf um das Territorium zugezogen hat.
16. Juni 2010: Im Rahmen des BfN Vorhabens „Ausbreitungs-
Abwanderungsverhalten von Wölfen in Deutschland“ wurden 2009 und 2010 insgesamt sechs Wölfe mit GPS-GSM Halsbandsendern ausgestattet (KB berichtete). Vier der Tiere werden aktuell überwacht.
Die vorläufigen Ergebnisse aus der aktuellen Studie zeigen deutlich die individuellen Unterschiede der „vierbeinigen Projektmitarbeiter“.
Während der besenderte Jungwolf „Alan“ bereits mit knapp einem Jahr bis nach Weißrussland abwanderte, stellte sich sein Bruder „Karl“ als deutlich weniger wanderfreudig heraus. Nach einem ca. 3 wöchigen Ausflug nach Brandenburg (LK Teltow-Fläming) im März letzten Jahres, blieb er in der Nähe seines Elternterritoriums bei Nochten. In der Paarungszeit Februar / März hielt er sich überwiegend im Gebiet des Milkeler Rudels auf. Eine Provokation für den ansässigen Rüden „Rolf“, die dieser nicht tatenlos hinnahm. Filmaufnahmen zeigten beide Rüden mit Verletzungen, die sie sich offenbar gegenseitig bei Revierkämpfen zugezogen haben. Das Milkeler Rudel hatte im Vorjahr zusätzlich zu seinem aus 2008 bekannten Gebiet auch das Territorium des Neustädter Rudels übernommen. Offensichtlich musste es nun den nördlichsten Teil dieses großen Gebietes an „Karl“ abtreten.

„Karl“ wird von einer jungen Fähe begleitet. Sein räumliches Verhalten liefert momentan jedoch keinen Anhaltspunkt, dass er Welpen aufzieht. Möglicher Weise ist seine Gefährtin, eine Tochter aus einem der umliegenden Rudel, die erst im nächsten Winter geschlechtsreif wird.
Weiterlesen...